Unser Rückblick auf die deutsche Meisterschaft

Insgesamt können wir mit unseren DS Athleten, sowie mit unseren Kunden sehr zufrieden sein. Mit einmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze wurde jede Medaille geholt. Auch ein neuer deutscher Rekord wurde aufgestellt. In diesem Artikel gehen wir kurz auf unsere einzelnen Lifter ein und auf den Wettkampfablauf, die Wettkampfstätte, sowie unsere allgemeinen Eindrücke.

Strong Leali, Patrik und Maxi

Lea Kannowsky (Junioren/-52 kg) lieferte einen perfekten Wettkampf ab und gewann ihre Klasse mit starken 300 kg im Total und 25 kg Vorsprung auf die Zweitplatzierte. Mit 9 von 9 gültigen Versuchen gewann sie aber nicht nur ihre Klasse, sondern knackte gleichzeitig die Junioren Norm, die Aktiven B-Norm und wurde 3. Beste Juniorin! Ihr Total setze sich aus einer 112,5 kg Kniebeuge, 65 kg Bankdrücken und 122,5 kg Kreuzheben zusammen. Aufgrund Leas super Entwicklung haben wir sie zum „DS Athleten des Jahres 2017“ ernannt!

In der -83 kg Klasse startete Patrik Arapoglu. Trotz langer Diät und Krankheit vor dem Wettkampf hat er stark abgeliefert. Mit 192,5 kg, 107,5 kg und 205 kg machte Patrik 18,5 Wilks mehr als noch an der letzten DM.

Maximilian Müller (Junioren/-93 kg) hatte sogar noch mehr Konkurrenz. Mit 16 Leuten war diese Klasse extrem gut besetzt! Trotz der hohen Leistungsdichte konnte sich Maximilian einen starken 6. Platz sichern. Mit einem Total von 607,5 kg landete er nur um 2,5 kg vor Sebastian Schmaußer (Ac-Amberg e.V.). Maxi beugte 225 kg, drückte 140 kg und hob 242,5 kg! Maxi konnte also neue Bestwerte aufstellen, während er eine Klasse runter diätet hat.

Lucas Hügerich

Bei den 105 kg Junioren wurde es dann spannend. Lucas Hügerich, der amtierende deutsche Meister, begann stark und beugte in seinem Drittversuch 280 kg für einen neuen deutschen Rekord. Die Konkurrenz war jedoch dieses Jahr stark und holte sich beim Bankdrücken den Rekord von Lucas. Nik Schöner vom KSV 1884 Mannheim erhöhte den Rekord auf 178 kg. Lange hielt der neue Rekord nicht. Direkt danach kam Fabian Baum und schnappte sich den Rekord mit starken 183 kg. Lucas selbst konnte seine alte persönliche Bestleistung mit 172,5 kg einstellen. Im Erstversuch bewältigte er 162,5 kg, welche etwas schwerer als erwartet waren. Im zweiten Versuch steigerten wir auf 170 kg – und die waren schon am Limit. Die einzige sinnvolle Steigerung war also 172,5 kg. Lucas drückte genau auf Kommando und konnte es hochkämpfen!

Mit 12 kg Vorsprung für Lucas ging es nun zur letzten Disziplin – dem Kreuzheben. Sein Konkurrent schien hier stärker zu und durch einen starken Zweitversuch geriet dieser auch in Führung. Lucas musste nun 281 kg in seinem letzten Versuch schaffen um wieder auf den ersten Platz vorzurücken. Kadernorm, ein neuer deutscher Rekord im Kreuzheben und der erste Platz standen also bei diesem einen Versuch auf dem Spiel. Lucas gab alles, hob die Hantel vom Boden, doch er den Lockout hat er nicht vollständig geschafft und somit ging der Versuch nicht in die Wertung.

Lucas wurde in einem spannenden Duell also zweiter Platz, holte sich aber trotzdem einen neuen Rekord in der Kniebeuge. Sein Total war 717,5 kg, welches sich aus 280 kg Kniebeuge, 172,5 kg Bankdrücken und 265 kg Kreuzheben zusammensetzt.

Ahmet Apari

Bei den Junioren bis -120 kg startete Ahmet Apari in seinem ersten Juniorenjahr. Er belegte den dritten Platz mit einem Total von 610 kg. Mit starken 227,5 kg in der Kniebeuge konnte Ahmet 30 kg mehr beugen als noch an der deutschen Meisterschaft 2016. Beim Bankdrücken und Kreuzheben lief es nicht so rund. Er drückte 137,5 kg und hob wie geplant 245 kg im zweiten Versuch heben, jedoch schwerer als erwartet. Im Drittversuch war dann die Kraft weg und 250 kg konnte er nur bis zum Knie heben. Im Vergleich zum letzten Jahr konnte er sein Total trotzdem um 19 kg steigern!

Friedrich von Hennig aka Me vs Balance

Am Sonntag startete unser letzter Athlet – Friedrich von Hennig. In einer besonders dicht besetzten Klasse hofften wir auf eine Platzierung zwischen dem 5. und 3. Platz. Für den 3. Platz waren die Chancen jedoch relativ klein, aber umso überraschender war es dann, wie knapp es am Ende war! Die Kniebeuge lief perfekt. Friedrich hat wie geplant 230 kg – 245 kg – 255 kg gebeugt. Dies waren 27,5 kg mehr als letztes Jahr! Vor allem technisch freut uns die Entwicklung bei Friedrich.

Die 255 kg war wohl nicht nur seine schwerste, sondern auch seine schönste Wettkampfbeuge. Beim Bankdrücken steigerten wir von 152,5 kg im Erstversuch auf sichere 160 kg im Zweiten. Da wir jedes Kilo gebraucht haben um am Ende eventuell Chancen auf den 3. Platz zu haben, steigerten wir nur 2,5 kg. Das war auch die richtige Entscheidung wie sich dann herausstellte.

Mit nun 6 von 6 gültigen Versuchen und PRs in beiden Disziplinen ging es nun zum Kreuzheben. Mit 290 kg wählten wir einen sicheren Opener. Dachten wir zumindest. Leider verlor Friedrich die Balance und hatte eine klare Abwärtsbewegung drin. Wir mussten also wiederholen. Im zweiten Anlauf waren sie nun gültig. Für die Kadernorm von 725 kg brauchte Friedrich nun 307,5 kg. Falls Mike Schollbach seinen 3. Versuch schafft, ist er nicht mehr einzuholen. Falls Oliver Zamzow seinen 2. Versuch nicht schafft, brauchen wir 312,5 kg um auf den 3. Platz vorzurücken. Wir entschieden uns für 312,5 kg nachdem Oliver knapp an seinem Zweitversuch gescheitert war. Die 312,5 kg waren also für einen temporären 3. Platz, für die Kadernorm und für einen großen Total PR. Es stand viel auf dem Spiel und Friedrich bewies, dass er starke Nerven hat! Die 312,5 kg waren 3:0 gültig und ein unfassbarer Versuch am Limit.

Letztendlich wurde Friedrich aber dann doch 4. Platz nachdem Oliver zum 2. Mal 315 kg gehoben hat – diesmal aber gültig. Friedrichs Total war somit 730 kg:  255 kg Kniebeuge, 162,5 kg Bankdrücken und 312,5 kg Kreuzheben. Das macht eine Totalsteigerung von 50 kg im Vergleich zur letzten DM. Dort ist er aber auch noch in einer Klasse drunter bei den -93 gestartet.

Aufgrund Friedrichs Leistungen und seinem kontinuierlichen Einsatz haben wir ihn auch zum männlichen DS Athleten des Jahres benannt. Das hat er sich nämlich verdient!

Unsere Eindrücke, der Wettkampfablauf und die Wettkampfstätte

An erster Stelle muss man dem Veranstalter, den Organisatoren, allen Helfern und dem Verband danken! Es war die größte deutsche Meisterschaft mit über 350 Teilnehmern. Die Entwicklung der Wettkämpfe zeigt, dass der Sport am Wachsen ist. Es geht in die richtige Richtung. Mit Wachstum kommt aber auch Veränderung und so müssen zukünftige Wettkämpfe wohl anders geplant werden.

Die Location war dieses Jahr gut gewählt und bot eine Menge Platz an, auch wenn es ohne Musik teils etwas still war. Der Warm Up Bereich in der linken Hallenhälfte war ausreichend groß, auch wenn eine zusätzliche Aufwärmplattform sicherlich noch besser gewesen wäre. Prinzipiell hatten wir selbst aber überhaupt keine Probleme. Auch der Bildschirm war super und das genutzte Programm half den Athleten und Betreuern dabei die Übersicht zu behalten.

Zeitplan

Aufgrund der Teilnehmerzahl, der Kapazitäten und der Wettkampfstätte hatte es der Zeitplan in sich. Vor allem Freitagabend und am Samstag hat dies seine Folgen gezeigt. Am Freitagabend mussten leider die Frauen auf einer 2. Plattform mitten im Warm Up Bereich ihren Wettkampf absolvieren. Es war wohl die einzige Möglichkeit den Wettkampf noch über die Bühne zu kriegen. Jedoch ist die Wettkampfatmosphäre für die Frauen Gruppen an diesem Abend verloren gegangen.

Wie man in Zukunft mit dem Wachstum des Sports umgehen wird, wird sich zeigen. Jede Entscheidung hat Vor- und Nachteile. Eine Norm begrenzt die Teilnehmerzahl, gleichzeitig kann sie aber elitär und abschreckend wirken auf Anfänger. Andere Anfänger sehen es aber wieder als Ansporn. Die Norm zu schaffen ist dann ein Ziel.

Eine Aufteilung zwischen Jugend/Junioren und Aktive/Altersklassen ist eine gute Idee. Die Wettkämpfe werden kleiner, die Zeitpläne entspannter. Wer jedoch als Aktiver bei den Junioren mit zuschauen will oder umgekehrt, hat nun ein Problem, da er extra zum Zuschauen anreisen müsste. Letztendlich hat alles wie gesagt seine Vor- und Nachteile. Egal wie man sich entscheidet, irgendjemand wird es nicht gefallen.

Im Allgemeinen war die deutsche Meisterschaft eine super Veranstaltung. Es wurden viele Rekorde gebrochen, es gab sehr spannende Klassen und es ist schön zu sehen, wie unser Sport immer größer wird.

Mehr dazu kannst du auch in unserer Podcastfolge über die DM hören.

https://dedicatedsports.de/podcast-003-ergebnisse-der-bvdk-dm-2017/

Des weiteren hat Kuri (@Kuribeuga) ein gutes und interessantes Video über die deutsche Meisterschaft gemacht:

https://youtu.be/NPQLJsZyPZA

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